10 Cent am Tag für die Not vor der TürWenn die Heimat krank macht... Jeder liebt seine Heimat. Und ich denke in Wien oft an "meine" Salzburger Berge, denn dort bin ich geboren und aufgewachsen.Wir Österreicher haben ja zum Glück fast überall eine schöne und gesunde Umgebung mit reichlich gutem Trinkwasser. Nicht überall ist man da so "reich" wie in unserem Österreich. Nordbosnien (Posavina): Franziskaner seit der Türkenzeit Am Nordrand Bosniens, gleich am Ufer der Save, liegt die "Posavina", ein fruchtbarer Landstrich, der im Jugoslawienkrieg heiß umkämpft war. Die fast durchwegs kroatischstämmige Bevölkerung ist überwiegend katholisch, das Franziskanerkloster in Tolisa ist schon seit der Türkenzeit ein religiöser und kultureller Mittelpunkt. Franziskaner haben noch im Osmanischen Reich (1823) die erste Volksschule gegründet, ein kleines Museum der Volkskunde zusammengetragen und eine prächtige Kirche gebaut. Sie waren Fürsprecher bei den türkischen Verwaltern im Osmanischen Reich, Vermittler während der kommunistischen Ära Jugoslawiens und leben bis heute in enger Verbindung mit der Bevölkerung. Regionales "Volksleiden" Es gab schon immer viele Nierenkranke im Ort. Nierenversagen war oft die Ursache eines - oft zu frühen - Todes. Man nahm es einfach hin und alle sagten: "Es liegt am Wasser". Jede Familie hat einen eigenen Hausbrunnen zur Versorgung mit Trinkwasser und Nutzwasser. Bis heute gibt es keine Trinkwasserversorgung durch die Gemeinde. Und das Wasser ist tatsächlich so stark eisenhältig, sodass es für Boiler, Heizungen und Waschmaschinen zum Problem wird. Auch Medizin geht weite Wege Manchmal geht auch die medizinische Wissenschaft weite Wege. Erst die Erkrankungen amerikanischer Soldaten im Koreakrieg brachten eine neue Erkenntnis: es gibt Viren, die die Nieren so schädigen, dass es zu einem Versagen kommt. Sie sind häufig in landwirtschaftlichen Gebieten. Ihre Verbreitung geschieht durch die Ausscheidungen von Mäusen und Ratten. Der Wind trägt in der trockenen Jahreszeit die Viren mit dem Staub in die Luft, der Mensch atmet sie ein, ohne es zu merken. Weil das Virus in Ex-Jugoslawien weit verbreitet ist, hat eine Art sogar den Namen "Dobrava-Belgrad Virus". Manchmal kommt es nach der Infektion zu grippeähnlichen Symptomen. Aber wer denkt bei einer Erkältung und Glieder-schmerzen nicht zuerst an Grippe? Wer denkt an ein kaum bekanntes Virus, das die Nieren schädigt? Auf Landstraßen zur Dialyse "Zurzeit", so schreibt der Franziskanerpfarrer, Pater Marijan ˇivkovic, "gibt es in der politischen Gemeinde 100 und allein in unserer Pfarre 46 Patienten, die regelmäßig zur Dialyse müssen, um zu überleben. Es sind meist ältere Frauen und Männer. Das Krankenhaus mit der Dialysestation ist ca. 50 km entfernt in der Stadt Od˛ak. Der Weg geht zur Hälfte über unsere kleinen Landstraßen. Erst das letzte Wegstück vor der Stadt hat eine gute Straße. Die Patienten fuhren in der Sommerhitze und in der Winterkälte mit dem Linienbus zur Behandlung. Dann haben wir ein Auto gekauft, um den Transport leichter zu machen. Vor allem nach der Dialyse sind sie doch erschöpft. Das Auto fuhr dreimal am Tag hin und her. Jetzt ist es - nach 500.000 gefahrenen Kilometern - nicht mehr zu reparieren." Sammlung im Ort Die Menschen in der Pfarre Tolisa und der politischen Gemeinde Orašje wissen um diese Patienten und kennen sie persönlich. Daher haben sie auf Initiative des Pfarrers eine Sammlung für ein neues Transportfahrzeug gemacht. Es soll mehr als 9 Personen befördern können und auch Platz für mehrere Rollstühle haben, denn manche der Frauen und Männer können sich nur mehr mit Mühe auf den Beinen halten. Die Sammlung und ein Zuschuss von Gemeinde und Pfarre haben ca. 10.000,00 Euro ergeben. Der Preis für einen Gebrauchtwagen dieser Größe, der auch eine für die Patienten ausreichende Heizung für den Winter und eine Klimaanlage für die heißen Sommer hat, liegt aber über 20.000,00 Euro. Aufgrund der Einfuhrbestimmungen Bosniens darf dieser Kleinbus auch nicht älter als sieben Jahre sein. Pater Marijan ˇivkovic und die Chefärztin des kleinen örtlichen Krankenhauses, Dr. Ljilja Leovac, bitten uns um Hilfe. Dr. Leovac schreibt: "man muss berücksichtigen, dass es sich um gebrechliche, schwache oder vollständig bettlägrige Menschen handelt, die auf schlechten Straßen befördert werden und nach 4 bis 5 Stunden Dialyse erschöpft sind". Da auch der Provinzial der Franziskaner dieses Anliegen unterstützt, wollen wir diesen gebrechlichen Personen in Bosnien helfen und aus unserer Aktion 10 Cent am Tag für die Not vor der Tür die fehlende Summe (ca. 10.000,00 Euro) dazu geben. Was immer Sie geben: ein herzliches Vergelts Gott dafür! Es hilft kranken Menschen. |